FKT/normaler Lauf

Kategorie M

Spitzing Skyrace von Benedikt Hofrichter

Spitzingsee

20 km

1800 hm

Platz:     2/ 3

Punkte:     

Zeit:     4:49'02"

Distanz:     22.142 km

  • Punkte Strecke erfolgreicher Lauf5
  • Punkte Top Platzierung23
  • Punkte Gesamt28

Lauf teilen:

Maximale Höhe: 1612 m
Minimale Höhe: 748 m
Gesamtanstieg: 2015 m
Gesamtabstieg: -2025 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 6.79 km/h

01.VI.2021, Spitzing Skyrace 2021, 19,8km, 1840hm, 4:49:00h

Blauer Dienstag. Strahlend blauer Himmel, lagunenblaues Wasser in Schlier- und Spitzingsee, sehr sehr blau und vor allem groß blühender Enzian, und absolut blaugelaufene Haxen. Die Vorbereitung auf den Lauf war wohl die Definition von Arroganz und Unterschätzen der Schwierigkeiten – da bin ich zwar gut drin, aber das war dann doch nochmal ein neues Level. Ausreichende Kohlenhydratversorgung und genügend Trinken vor dem Lauf? Aufwärmen bevor man sich den Brecherspitz-Ostgrat reinknallt? Vielleicht nicht nachmittags um kurz vor Zwei starten, wenn die Hitze am größten ist? Egal. Einfach ins Blaue hinein eine „Zielzeit von unter vier Stunden“ vorgenommen – ahjo, und dann überhaupt froh sein, wenn man sich durchgeschlaucht hat. Oft finde ich bergauf in einen angenehmen flüssigen Rhythmus, aber wer nicht mehr suchen kann, der kann auch recht nichts mehr finden. So schnell aus den Latschen gepumpt habe ich mich lange nicht mehr.
Mal zur Strecke: Technisch definitiv nicht zu unterschätzen, aber gerade deswegen so interessant. Da ich doch jetzt schon länger nicht mehr alpin abgelaufen bin, kann ich nicht sagen, ob es an den Hokas und damit deren Dämpfung lag, aber im Downhill konnte ich nicht so aufmachen wie gewollt und früher gewohnt. Vielleicht fehlt da aber auch einfach grad die Muskulatur. Im Gegensatz zu letztem September (Stichwort: Schlammschlacht in Salomons) war jetzt fast alles trocken, nur ein paar Schneefelder haben auf den Trail gesuppt. Berghoch brennen in den Wadln vor allem die Serpentinen vorm Aiplspitz-Nordgrat, der dann aber mit Kraxeln belohnt – wenn bis dahin noch aufnahmefähig ist.
Der Startpunkt ist von Freising, bzw. überhaupt, sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Oft ist man bei Unternehmungen am Berg ein autoloser Looser, aber da der Schliersee neben dem Walchensee quasi als Münchener Badeteich anzusehen ist, kann man sich auf die Bahn verlassen. Obacht: Der letzte Bus vom Spitzingsattel nach unten fährt um 18:22h. Da könnte man noch was drehen. Auf der anderen Seite hatte ich nach dem Runterlaufen nach Neuhaus noch genügend Zeit, um mir beim Italiener die besten Linguine „Frutti di Mare“ der Welt abzuholen. Geile Scheiße.
Auf Grund der Anreise mit den Öffis bin ich das Ding „full self supported“ gelaufen, d.h. ein Merino-Longsleeve, ein Paar Wechselsocken, ein Brillenetui und der Schlüsselbund waren als Mehrgewicht in der Laufweste. Wichtiger wäre gewesen, noch ein paar Riegel mehr einzupacken, nur mit drei kommt nicht weit, wenn die Tage vorher nichts Großes im Magen gelandet ist. Wasser kann man an der Ehard-Alm (ca. 3,5km), an der Jägerbauernalm (11,6km), und an der Benzingalm (12,7km) nachfüllen. Mit ein wenig aquaristischer Zurückhaltung kommt man höchstwahrscheinlich mit einer 0,5er Softflask gut durch, aber als Schisser hab ich zwei Stück mitgenommen – und weil ich aus Offenheit nur an der Ehard-Alm nachgefüllt habe, wars selbst damit zum Schluss knapp.
Vom vorgegebenen Track bin ich einmal abgewichen, als ich vor der kurzen Ier-Stelle zur Brecherspitz hoch die Spur verpasst habe. Ob mein Lauf damit „gültig“ ist, müssen die Juroren entscheiden – da ich in den Top Ten aber eh nur eine Rolle spiele, wenn die Rangliste kopfüber gelesen wird, hoffe ich auf Nachsicht. Wobei für später im Jahr nochmal ein Versuch geplant ist, allerdings dann mit besserer Vorbereitung und einer realistischeren Zielsetzung.
Ein Fazit nach dem ersten Trail-Rennen im alpinen Bereich? Zwiegespalten. Auf der einen Seite war es mir doch ein bisschen zu wenig Genuss, so ein kleines Gipfelnatzerl gehört für mich zu einem Bergtag dazu. Auf der anderen Seite kann man die Idee, dass hier virtuell überhaupt sowas auf die Beine gestellt wird, nur begrüßen. Das ganze Prinzip ermöglicht es einen gewissen Renncharakter zu spüren, ohne aber an eine feste Zeit oder äußere Umstände gebunden zu sein. Vor allem der Streckenpool kommt wahrscheinlich vielen Läufern, die sonst immer für ein Rennwochenende südwärts reisen müssen entgegen.

Mercn an das Trail Magazine für die Idee, deren Umsetzung, und für den Muskelkater.

Ein Kommentar zu “Spitzing Skyrace von Benedikt Hofrichter

  • Benni schreibt:

    Merci an dich für den tollen und ausführlichen Bericht. Wenn das nicht Lust auf mehr macht…
    Damit darfst du es dir erstmal auf Platz 1 gemütlich machen. 😉

    Liebe Grüße
    Benni

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